Streitpunkt Endlager: ITAS untersucht Wege zur Konfliktbearbeitung
Konflikte um große Infrastrukturen gibt es immer wieder. So befürchten Anwohnerinnen und Anwohner, dass durch den Bau von Industrieanlagen oder Energieinfrastruktur Grundstücke und Immobilien an Wert verlieren oder schützenswerte Natur geschädigt werden könnte. Verschärft könnten solche Konflikte beim Auswahlverfahren eines deutschen Endlagerstandorts für hochradioaktive Abfälle zutage treten.
Der Grund ist, dass hier verschiedene, teilweise als widersprüchlich empfundene Ziele in Einklang gebracht werden müssen: bestmögliche Sicherheit, eine gehaltvolle Öffentlichkeitsbeteiligung und die Notwendigkeit, die Abfälle zügig und sicher unter Tage zu bringen. Daraus ergeben sich viele Fragen. Etwa wer in welche Entscheidungen einbezogen werden soll. Oder ob Standortgemeinden entschädigt werden, und wenn ja, in welcher Höhe.
Im Projekt „Formen der Konfliktbearbeitung in der nuklearen Entsorgung“ (KonE) nehmen Forschende des ITAS das Konfliktfeld rund um die nukleare Entsorgung genauer unter die Lupe. Sie wollen verstehen, was genau die Charakteristika solcher Konflikte sind, in denen technische und soziale Aspekte zusammenspielen.
Wie Konfliktbearbeitung konkret umgesetzt werden kann, untersuchen die Forschenden in experimentellen Formaten, die im Austausch mit Expertinnen und Experten entwickelt und in Rollenspiel-Settings erprobt werden.
Auf dieser Basis entwickeln sie Handlungsempfehlungen, die den Akteuren des Standortauswahlverfahrens eine Grundlage bieten, geeignete Formate für den Umgang mit Konflikten zu gestalten. (03.04.2025)
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