Gerhard Banse, Hans-Peter Müller (Hrsg.)
Johann Beckmann und die Folgen. Erfindungen - Versuch der historischen, theoretischen und empirischen Annäherung an einen vielschichtigen Begriff.
Münster: Waxmann 2001, (Cottbuser Studien zur Geschichte von Technik, Arbeit und Umwelt), ISBN 3-8309-1091-6
Inhalt [hier]
Am 2. November 1624 trat in England das erste Patentgesetz der Welt in Kraft. 1790, fast 170 Jahre später, folgten die Vereinigten Staaten, ein Jahr später Frankreich, 1810 Österreich und 1815 Preußen. Ein Patent ist der öffentliche Ausdruck für das privatrechtliche Auftreten eines Erfinders. Feldhaus nennt Patente deswegen "Freibriefe für Erfinder" (Feldhaus 1914, Sp. 779), moderne Erfinder, wie wir hinzufügen müssen.
Gemeinsamkeiten und Differenzen neuzeitlichen Erfindens sind das Thema dieses Bandes. Die in ihm versammelten Beiträge wurden anlässlich eines Symposiums des Wissenschaftlichen Collegiums Johann Beckmann gehalten, das vom 8. bis 11. Oktober 1998 im Museum für Astronomie und Technikgeschichte in Kassel unter dem Titel
Erfindungen - Versuch der historischen, theoretischen, empirischen Annäherung an einen vielschichtigen Begriff
stattfand und von der Fritz Thyssen-Stiftung unterstützt wurde.
Diesem Symposium lag wie den anderen des Wissenschaftlichen Collegiums die Konzeption zugrunde, historische Tatbestände und Fragestellungen aufzugreifen, diese aber zugleich in aktualisierender Absicht in die Gegenwart hinein zu verlängern.
Der Bezug war dadurch gegeben, dass die stagnative Krise, in die das vereinte Deutschland nach dem Abebben des Vereinigungsbooms rutschte, Ausdruck einer schon längerfristig angestauten strukturellen Krise war, in deren Zentrum mangelndes Innovationsvermögen beim Strukturwandel stand und nicht so sehr die vordergründig diagnostizierte Kostenkrise. In einer spektakulären Rede im Jahr 1997 forderte der damalige Bundespräsident Roman Herzog zu verstärkter Innovationsbereitschaft in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft auf. Frieder Naschold schrieb auch 1997 über den erlahmten deutschen Erfindungsgeist:
Oder drastischer: Wir waren in niedergehenden Branchen gut, in aufsteigenden aber schwächer geworden.
Damit war eine strukturell durchaus ähnliche Situation wie für die Beckmannsche Fragestellung des rückständigen Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegeben, als dessen kameralistisch-staatswirtschaftlicher Ansatz ebenfalls damit konfrontiert war, einen wirtschaftlichen Gesundungs- und Aufholungsprozess gegenüber wichtigen Weltmarktkonkurrenten in Gang zu setzen. Somit konnten vermeintlich lediglich retrospektiv orientierte historische Disziplinen methodisch zwei Konzepte in aktualisierender Absicht in die Debatte einbringen: das des Transfers von ausländischem Wissen und Erfahrungen und das der Komparatistik oder - in neudeutscher Managementsprache - des Benchmarking. Damit ist gemeint, dass die Erfolge der relevanten Wettbewerber die "benchmark", d. h. den Vergleichsmaßstab für den eigenen Erfolg setzen. Was lag näher, als einer solchen wissenschaftlichen und politischen Debatte, die bis heute noch nicht beendet ist, den Beitrag historisch orientierter Wissenschaftsdisziplinen, deren gemeinsamer Gegenstand die Befassung mit einer strukturell ganz ähnlichen Periode darstellt, hinzu zu gesellen. Das Symposium war daher sowohl als ein Beitrag zur Aktualitätskontrolle der historischen Diskussionen wie auch zur historisierenden Kontrolle der aktuellen Diskussionen zum Thema gedacht.
Nach den Tagungen über Technologie und Sozialpolitik (s. u.) stand mit dem Erfindungsbegriff nun eine dritte zentrale Kategorie des Beckmannschen Denkens im Zentrum des Interesses - ein Umstand, der auch die Gutachter der Thyssen-Stiftung bewogen haben mag, eine solche Herangehensweise zu unterstützen. Während die modernen Innovationstheorien freilich mühselig im Verlauf ihrer komparatistischen Fortschritte die Interdependenzen innerhalb eines "nationalen Innovationssystems" wieder entdeckten, war für die auf Beckmann fußenden Disziplinen vernetztes Denken und ein breit gefasster Erfindungsbegriff selbstverständlich. Wie die Lektüre des Bandes belegt, sind durch eine solche Charakteristik nicht alle Beiträge des Bandes eingefangen. So besteht ein weiterer inhaltlicher Spannungsbogen zu denjenigen Beiträgen, die diesem Ansatz nicht folgen.
Indem das Symposium als historischen und theoretischen Bezugspunkt die Arbeiten des "Vaters" der Technologie, Johann Beckmann, wählte, knüpfte es an die 1989 in Göttingen, 1996 in Cottbus und 1997 in Halle durchgeführten "Johann Beckmann Symposien" an (vgl. Banse 1997; Müller 1999; Müller, Troitzsch 1992). Damit ist ein Anliegen genannt, die in den letzten Jahren verstärkte Forschung zu Johann Beckmann und seiner heutigen Bedeutung für unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen voranzutreiben. Im Gegensatz zu dem Göttinger Symposium von 1989, in dem Leben und Werk Beckmanns im Vordergrund standen, und dem Cottbuser Symposium von 1996, das die Relevanz Beckmanns für eine heutige "Allgemeine Technologie", wie sie vornehmlich von Günter Ropohl und Horst Wolffgramm vertreten wird, thematisierte, hat das Symposium gerade durch seine beiden Schwerpunkte und die interdisziplinäre Referentenauswahl verdeutlicht, dass Johann Beckmanns Werk auch heute für ganz unterschiedliche Wissenschaften und Fragestellungen in bezug auf Erfindung und Erfindungsprozess Anknüpfungs- und Ausgangspunkt sein kann.
Den Beiträgen der Autoren lagen drei Leitfragen zugrunde, durch die sie angeregt werden sollten, neue Schnittmengen mit ihren bisherigen Arbeitsgebieten zu bilden und auf diese Weise in der Zusammenschau einen interdisziplinären Zugang zur Frage des Erfindungsbegriffs zu ermöglichen. Die Leitfragen lauteten:
Innovationen implizieren im gegenwärtigen öffentlichen Verständnis das kreative "Finden" und Erfinden von Neuem als Voraussetzung für eine nachfolgende wirtschaftliche Nutzung. Dem Neuen zugrunde liegt ein schöpferischer Akt, der erst die nachfolgenden Schritte ermöglicht. Dieses kreative, zielgerichtete Generieren von (technisch) Neuem ist Gegenstand der Aufmerksamkeit zahlreicher wissenschaftlicher Disziplinen - von der Technikgeschichte und den Konstruktionswissenschaften über die Soziologie, Psychologie und Ökonomie bis zur allgemeinen Methodologie und Philosophie. Allerdings liegt es an der komplexen, facettenreichen Natur von Erfindungsprozessen, dass derartige disziplinäre Beschreibungen lediglich Teileinsichten liefern. Anliegen des Symposiums sollte daher der disziplinübergreifende Dialog zum Begriff der "Erfindung" und seiner Voraussetzungen und Bedingungen sein. In dezidierter analytischer Abgrenzung zum ökonomischen Begriff der "Innovation" versuchte das Symposium eine Annäherung an ein weitergehendes Verständnis vor allem hinsichtlich der gesellschaftlichen Aspekte von "Erfindungen". In kritischer Distanz zu den derzeit sehr aktuellen, sog. sozialkonstruktivistischen Ansätzen der Technikgeneseforschung (vgl. die "klassische" Arbeit Bijker, Hughes, Pinch 1989) sollten jedoch auch kognitionswissenschaftliche sowie andere, das Individuum stärker berücksichtigende Theorien und Betrachtungsweisen in die Diskussion mit einbezogen werden.
Erfindungen und Erfinder hat es zu allen Zeiten gegeben. Gerade deswegen wurde nicht versucht, dem Symposium eine allgemein gültige Definition von Erfindung zugrunde zu legen. Erste Erklärungen des Phänomens "Erfindung" finden sich verstärkt erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Jedoch stand hier nur allzu oft dem Zug der Zeit folgend das Interesse am großen, aber scheinbar isolierten Individuum im Vordergrund. Eine gewisse Ausnahme bilden die seit der Antike virulenten Überlegungen zur Kombinatorik (z. B. Lullus oder Leibniz), die sich mit Ausnahme von Johann Beckmanns "Allgemeiner Technologie" (vgl. Beckmann 1806) jedoch überwiegend mit nicht-technischen Fragen beschäftigten. Eine weitere Ausnahme bildet die in den schönen Künsten der Renaissance aufgekommene Idee des Menschen als Schöpfer und Bildner von "Neuem", das es in der Natur so bisher nicht gegeben hat.
Die soziale Wertung des Erfinders hat sich im Laufe der Zeiten grundlegend gewandelt. In "älteren", d. h. traditionalen Gesellschaften wurde der Erfinder oft als sozialer Störenfried stigmatisiert, weil es in der Natur der Erfindung und ihrer Auswirkungen und Anwendung liegt, Bestehendes zu transformieren, zu transzendieren, in Frage zu stellen oder gar zu zerstören. Seit der Frühen Neuzeit und dann verstärkt seit der Industriellen Revolution hat eine deutliche Umwertung des Erfinders stattgefunden. Hintergrund dafür waren sowohl sozio-ökonomische als auch sozio-kulturelle Veränderungen. Der entscheidende Unterschied zu früheren bzw. außereuropäischen Menschheitsepochen bestand nicht darin, dass diese weniger erfindungsreich gewesen wären als das europäische Abendland. Der entscheidende Unterschied des letzteren gegenüber den anderen bestand darin, dass der sich seit dem 15. Jahrhundert in Europa entwickelnde Kapitalismus eine intensivere und engere Verbindung zwischen dem akkumulierten sozialen Fundus an Kenntnissen in Technik und Wissenschaft auf der einen Seite und den sozio-ökonomischen bzw. sozio-kulturellen Bedingungen auf der anderen Seite herausbildete, der sie über die Errungenschaften in Wissenschaften und Technik z. B. des alten China oder Ägypten weit hinaushob. [1] Resultat war die von vielen Autoren festgestellte, typisch europäisch-abendländische Verknüpfung beider Sphären als sozio-kulturelle Neuerung des neuzeitlichen Kapitalismus. Dieser Wandel ging einher einerseits mit einer deutlich veränderten sozialen Aufwertung des Erfinders und der Erfindung; andererseits vollzogen sich Veränderungen bei den Akteuren von Neuerungsprozessen selbst. Neuerungen waren immer weniger Zufallsprodukte und Ergebnisse der Tätigkeit von Laien, Tüftlern und Bastlern, sondern Erfindungen basierten zunehmend auf systematischer, wissenschaftlicher Forschung. Eine stärkere Beschäftigung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen mit den theoretisch-konzeptionellen Grundlagen des Erfindens mit je eigener Begrifflichkeit war die Folge.
Für die Gegenwart sind vor allem folgende disziplinäre Zugänge zu nennen: Technikgeschichte, Patentrecht, Wirtschaftswissenschaften, Konstruktionswissenschaft, Kreativitätsforschung, Theorie des Erfindens und Technikgeneseforschung.
Technikgeschichte
Die Technikgeschichte hat sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Neuerungen beschäftigt. Am Anfang einer als im wissenschaftlichem Sinne modern zu bezeichnenden technikhistorischen Forschung stand mit den Werken Johann Beckmanns der Versuch, Neuerungen nicht nur als bloße Beschreibung und Abfolge von Verbesserungen zu verstehen, sondern diese unter sozialhistorisch anmutenden Aspekten zu untersuchen (vgl. Beckmann 1780; siehe dazu Meyer 1997). Das Ringen der Ingenieure um gesellschaftliche Anerkennung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts führte dazu, dass sie sich intensiver um ihre eigene Geschichte bekümmerten und in dessen Folge eine Dominanz der bloßen Beschreibung bzw. Chronologie von Erfindungen als auch heroisierender Erfinderbiographien in der technikhistorischen Forschung konstatierbar ist. [2] Disparat erscheint die heutige technikhistorische Beschäftigung mit Erfindungen. Anthropologische Ansätze finden sich hier ebenso wie sozialkonstruktivistische; kulturhistorische stehen neben sozialhistorisch ausgerichteten (vgl. etwa Hellige 1993; König 1993; Osietzky 1992).
Patentrecht
Das Patentrecht ist eines der ersten Felder, auf denen eine ausgefeilte Definition des Erfinders und der Erfindung vorgenommen wurde. [3] Erfindungen werden als technisch-schöpferische Neuheit angesehen, die sowohl einen Erfindungsgedanken als auch eine bestimmte Erfindungshöhe aufweisen. Die Erfindung muss "neu" sein, d. h. vom "Stand der Technik" signifikant abweichen, Ergebnis erfinderischer Tätigkeit als einer überdurchschnittlichen Geistesleistung sein sowie auf irgendeinem Gebiet herzustellen oder gewerblich anzuwenden sein. Das Patent ist definiert als das juristische Urheberrecht des Erfinders an seiner Erfindung. Das Patentrecht stellt somit ein ausdifferenziertes und kodifiziertes formales Verfahren zur gesellschaftlichen Anerkennung einer Erfindung dar. Die in die Anerkennungsentscheidung eingehenden Wertungen legt es jedoch nur teilweise offen.
Wirtschaftswissenschaften
Systematisch ins Blickfeld der Wirtschaftswissenschaften geriet das Phänomen der Innovation, nicht der Erfindung, in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Schumpeter ist der klassische Theoretiker der Innovation, die er aus der sozio-ökonomischen Perspektive als Prozess der schöpferischen Zerstörung betrachtete, aus der individual-ökonomischen dagegen als Mittel zur Erzielung temporärer Pionierrenten (vgl. Schumpeter 1939). [4] Seit Schumpeter wird damit ein eingeengter Innovationsbegriff verwendet: Innovation ist danach die kommerzielle Verwertung von Erfindungen, nicht aber die Erfindung selbst. Die Frage nach dem Urheber der Erfindung geht in dieser Perspektive jedoch verloren. Bei Schumpeter steht der erfolgreiche Unternehmer im Zentrum, der der bahnbrechenden Erfindung bedarf, aber sie nicht notwendig selbst machen muss. Beide Begriffe sind also nicht deckungsgleich, sondern deutlich voneinander unterschieden. Kombiniert man Schumpeters Zyklen-Theorie, in der der innovative Unternehmer eine entscheidende Rolle spielt, mit Paretos zur gleichen Zeit entstandener soziologischer Theorie vom Kreislauf der Eliten, dann scheint ein sozialer Mechanismus auf, der das Wechselspiel von erfindendem Individuum und "erfundener" Gesellschaft ungleich deutlicher beleuchtet als jeder andere disziplinäre Zugang. Erfindungen als technische Erfindungen decken zahlreiche Bereiche ab, die außerhalb der Ökonomie liegen. Innovationen zielen andererseits auf die Marktgängigkeit von Veränderungen und müssen daher neben den technischen auch kaufmännische, marktmäßige, rechtliche u. a. Aspekte mit einbeziehen. Letztere dagegen sind für den Erfinder und die Erfindung nicht notwendig konstitutiv.
Konstruktionswissenschaft
Der spezifische Beitrag der Konstruktionswissenschaften besteht darin, dass der Prozess des Schaffens neuer Technik, d. h. ihres Entwerfens, Konzipierens, Gestaltens und Dimensionierens, in eine rationale Folge notwendig zu absolvierender Schritte zerlegt wird. Dem Genius wird die Ratio gegenübergestellt. Das erfinderische Moment ist darin lediglich als Teil des Entwurfsvorganges enthalten, aber der konstruktionswissenschaftliche Rationalismus trägt dem tausendfachen Umstand Rechnung, dass die meisten technischen Erfindungen Resultat zweckgerichteten Konstruierens sind. Das "Erfinden" selbst wird daher von den Konstruktionswissenschaften auch nicht weiter thematisiert. Ziel ist ein methodisch geplantes (und damit auch lehrbares) allgemeines Vorgehen beim Konstruieren. [5] Erfindungen sind für die Konstruktionswissenschaften neue Wirkpaarungen oder Funktionsstrukturen, die der konstruktiven Ausarbeitung, Detaillierung und Bemessung bedürfen; aber das Entscheidende, die erfinderische Idee als Resultat eines kognitiven Prozesses, wird entweder schon vorausgesetzt oder nicht näher behandelt.
Kreativitätsforschung
Die Kreativitätsforschung ist ein Kind der modernen empirischen Psychologie. [6] Der Terminus wurde 1950 erstmals von J. P. Gilford vorgeschlagen und sollte früher verwendete Termini wie Genialität, Originalität, Talent, Imagination, Inspiration u. ä. ablösen und irrationale und magisch-mystische Auffassung durch eine rationale Sichtweise ersetzen (vgl. Uebele 1992). "Kreativität" wird seitdem als Produktmerkmal, als Prozessmerkmal, als Persönlichkeitsmerkmal und als Situationsmerkmal verstanden. Zahlreiche frühere soziale Theorien der Kreativität lassen sich bereits als Reminiszenzen auf sozialwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche und sozialphilosophische Theorien sozialer Entwicklung lesen. So sind, unterschiedlich akzentuiert, kreative Prozesse, soziale Institutionen, kreative persönliche und kollektive Ideologien und deren Abfolge, marxistisch-dialektische und kulturalistisch-gesellschaftliche Ansätze jeweils in das Zentrum der Betrachtung von Kreativität gestellt worden (siehe dazu z. B. den Artikel "Creativity" in der "International Encyclopedia of the Social Sciences" - vgl. Encyclopedia 1968). Thomas Kuhns These der Paradigmenwechsel, Arnold Toynbees Idee des Kreislaufs kreativer Minoritäten oder William Ogburns Theorie der Erfindung im Prozess sozialer Evolution sind dabei exemplarische Ansätze, wie die Verbindung von Bedarf, Nachfrage und Unterstützung von Kreativität im Wechselwirkungsprozess von Individuum und Gesellschaft gedacht werden könnte (vgl. z. B. Ogburn 1964). Fast vollständig abgetrennt davon werden heute in der modernen Managementtheorie und Personalführungslehre "Kreativitätstechniken" und Kreativitätsmessung behandelt, die weniger die Reflexion des Inhalts von Kreativität als mehr die individual- oder gruppendynamische Organisation des Kreativitätsprozesses (intuitives Brainstorming, systematische morphologische Methode, Synektik, Institutionalisierung usw.) sowie die Unterscheidung zwischen Intelligenz- und Kreativitätsmessung bei der Personalentwicklung in den Vordergrund stellen. Unter dem Topos der Kreativität wird heutzutage am meisten dem subjektiven Faktor im Zusammenhang mit der Erfindung Rechnung getragen.
Theorie des Erfindens
Theorien des Erfindens sind solche konzeptionellen Ansätze und Überlegungen, die sich stärker einer (wissenschafts-)theoretischen und methodologischen Perspektive auf den Erfindungsprozess verpflichtet fühlen und sich dabei entweder auf den Gesamt"ablauf" oder nur auf Teilaspekte bzw. -phasen konzentrieren. Diese "Theorien" reichen von Ernst Kapps Konzeption von der Organprojektion als Grundlage für technische Hervorbringungen (vgl. Kapp 1877) - an die später Arnold Gehlen anschließt (vgl. Gehlen 1964, 1971) - und der Philosophie des Erfindens, die um die Jahrhundertwende mit den Namen Alard Du Bois-Reymond (vgl. Du Bois-Reymond 1906), Peter Klimentitsch von Engelmeyer (vgl. Engelmeyer 1910) sowie Max Eyth (vgl. Eyth 1919) verbunden ist, über Wilhelm Ostwalds Gedanken zur Kombinatorik (vgl. Ostwald´ 1932, 1978) und die "frühen" Bemühungen der Technikphilosophie durch Friedrich Dessauer (vgl. Dessauer 1928) und Eberhard Zschimmer (vgl. Zschimmer 1914), das Entstehen von neuen Ideen im Lichte traditionellen philosophischen Gedankenguts zu erklären, bis zu Vorschlägen für "Rationalisierungen" des (systematischen bzw. methodischen) Vorgehens beim "Finden" bzw. Generieren von Neuem in Form der Morphologischen Methode (vgl. Zwicky 1948, 1966), der Systematischen Heuristik (vgl. Müller 1970) und des "Algorithmus des Erfinden" (vgl. Altshuller 1984).
Technikgeneseforschung
Die moderne Technikgeneseforschung, vor allem in ihrer vorherrschend sozialkonstruktivistischen Variante, stellt die soziale Formung und Diffusion von "Technik" als Ergebnis des Wirkens unterschiedlicher sozialer Akteure ins Zentrum ihrer Betrachtung. Ihr Preis ist die Vernachlässigung des Technischen wie auch des kreativen Individuums, denn der subjektive "Akteur" erscheint lediglich als eine Marionette sozialer Konstruktionen und Konstellationen. Bezogen auf die zugrundeliegende Erfindung setzt die Technikgeneseforschung die Existenz eines Prototyps immer schon voraus. Gegenüber dem ursprünglichen Erfinder werden wirkmächtige Institutionen und soziale Aushandlungsarenen als entscheidend betrachtet, jedoch anders als im Strukturalismus und Marxismus, die jeweils bestimmten sozialen Strukturen die formende Kraft zuschreiben. Die Konsequenz des Sozialkonstruktivismus ist, dass die soziale Genese von Techniken vollständig entindividualisiert gedacht wird (vgl. z. B. Dierkes 1993; Dierkes, Hoffmann, Marz 1992; Halfmann, Bechmann, Rammert 1995; Knie 1991; Rammert 1993; Strangmeier 1992; Weingart 1989).
All den vorgestellten Ansätzen ist gemeinsam, dass sie das komplexe Phänomen Erfindung in der Regel disziplinär vereinseitigt betrachten. Dabei ist unbestritten, dass auf diese Weise gewichtige Detaileinsichten gewonnen wurden und werden. Genauso unbestritten ist aber auch, dass auf diese Weise keine zusammenführende, d. h. integrative Behandlung erreicht werden kann. Festzustellen ist auch, dass die theoretischen Grundlagen des Phänomens Erfindung bislang kaum weitergetrieben worden sind.
Der Grundgedanke der Kasseler Tagung war, dass weitergehende Einsichten zum Erfindungsprozess nicht zersplittert, sondern nur interdisziplinär gewonnen werden können. Dieser Gedanke liegt auch diesem "Protokollband" zu Grunde, in dem die Beiträge entsprechend den beiden Sektionen der Tagung zwei inhaltlichen Schwerpunkten zugeordnet sind.
Teil I
Begriff und Theorie der "Erfindung"
Ausgangs- und Ansatzpunkt sind die Überlegungen Johann Beckmanns, der bereits in seiner 1777 erstmalig publizierten "Anleitung zur Technologie" und dann systematischer in seinem 1806 erschienenen "Entwurf einer algemeinen Technologie" dem heuristischen Verfahren einen zentralen Stellenwert einräumte, verstand er den "Entwurf" doch als Grundlage für "Übertragungen" von Wissen eines technischen Bereiches auf einen anderen (vgl. Beckmann 1777, 1806). Obgleich zwar mit dem Zerfall des umfassenden technologischen Paradigmas Beckmannscher Prägung im Verlauf des 19. Jahrhunderts spezialisierte einzelwissenschaftliche Fragestellungen dominierten, so primär im Bereich der chemischen und mechanischen Verfahrenstechnologie, verdeutlichen die Bemühungen deutscher Ingenieure um die Jahrhundertwende, "Erfindungen" als lernbaren und lehrfähigen Prozess zu begreifen und darzustellen, dass ein Kernelement des Beckmannschen Technologieverständnisses, die Heuristik, weiterhin virulent blieb. Doch zugleich darf diese Kontinuität nicht darüber hinwegtäuschen, dass, dies mag den Bestrebungen der Ingenieure nach gesellschaftlicher Anerkennung geschuldet sein, zugleich auch die individuelle Kreativität, Ausdruck des Ingenieurverständnisses, dass "große Männer" Technik gestalten, verstärkt reflektiert wurde. Mit der weiteren Adaption methodischer Prozeduren in die "Erfindungstheorien" der Ingenieure vollenden sich dann kognitionswissenschaftliche Ansätze, die sich offensichtlich stark von sozialwissenschaftlich geprägten unterscheiden. Diesen Differenzen, aber auch wechselseitigen Beeinflussungen sollte verstärkt nachgegangen werden.
Unklar, aber naheliegend, ist der systematische Zusammenhang, der zwischen Begriffsentwicklung und theoretischer Überlegung zur "Erfindung" besteht. Dieser Frage nachzugehen, ist nicht nur ob dieser Verknüpfung wichtig, sondern auch, da sich im Begriffswandel technische wie auch gesellschaftliche Reflexionen niederschlagen, der Begriff selbst also Ausdruck gesellschaftlicher Selbstverständnisse über ein für die Moderne konstitutives menschliches Handeln ist. Mit seiner Analyse des Spannungsfeldes von Methodik, Heuristik und Kreativität stellt Gerhard Banse vor allem die rationale Kontrolle, die Entzauberung des Erfindungsprozesses im szientifischen Zeitalter in den Vordergrund. Untrennbar verbunden mit der theoretischen Formalisierung der "Erfindung" ist der Begriff selbst. Wie historische Begriffe im allgemeinen, unterliegt auch er einem historischen Wandel und scheint sich im modernem Sinne, also als generelle Betonung eines aktiven menschlichen Handelns, erst im Verlauf des 15. Jahrhunderts in Konkurrenz zu bis dahin gebräuchlichen Begriffen "entdecken", "finden" und "wiederfinden" herausgebildet zu haben, wie Marcus Popplow in einer historisch-semantischen Konnotationsanalyse zeigt. Danach bildete sich erst allmählich ein wachsendes Begriffs- und Sachverständnis von Erfindung heraus. Der Beitrag von Klaus Mauersberger, hinter dem unausgesprochen der Dualismus von erfolgreichen und gescheiterten Erfindungen steht, versucht mit dem Begriff der konstruktiven Möglichkeitsfelder die für Erfindungen gleichsam schicksalhafte Spannung zwischen individuellem Können und sozialen Erfolgsbedingungen zu beleuchten. Eine verwandte Fragestellung untersucht Helmut Linder am literarisch ausgiebig dokumentierten Thema der zeitgleichen Mehrfacherfindungen, für deren Erfolg eine affine innere und gesellschaftliche Determination der Technikentwicklung an verschiedenen Orten maßgeblich zu sein scheint. Rainer Fischbach unternimmt es, einem verbreiteten stark individualistisch geprägten Verständnis von Kreativität dessen unabdingbaren sozialen Kontext hinzuzufügen, gleichsam den Kult einer abgehobenen Kreativität in Form einer "Soziopathologie der Erfindungs- und Veränderungssucht" auf den Boden seiner sozialen Bezüge zurückzuholen. Das Konzept der Rekombinatorik steht im Zentrum des Beitrags von Hans-Peter Müller. Anhand historischer Beispiele wird gezeigt, daß das Faszinosum "einfacher" und zugleich "genialer" Lösungen darauf zielt, den zentralen kreativen Akt durch methodische Kontrolle der Ideenproduktion zu entsubjektivieren. Günter Ropohl dagegen unternimmt in seinem Beitrag gleichsam die Ehrenrettung des Individuums. Ganz im Beckmannschen Sinne bleibt für ihn die Erfindung als ideelle Vorwegnahme neuer Nutzungsideen und -potenziale eine zentrale Sache des erfinderischen Kopfes.
Teil II
Erfinder, Erfindungen und ihre sozialen Kontexte
Eng zusammenhängend mit der sich im Begriff "Erfindung" ausdrückenden gesellschaftlichen Selbstreflexion ist die Verortung des Erfinders innerhalb der Gesellschaft. Je weiter die gesellschaftliche Ausdifferenzierung jedoch voranschreitet, je facettenreichere und unterschiedlichere Begriffsbestimmungen mithin auch existent sind, um so breiter erscheint die Kluft zwischen Selbst- und Fremdreflexion und um so spannungsreicher zugleich auch die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Tätigkeit der Erfinders, wie der Einleitungsbeitrag von Kees Gispen belegt. Zugleich wird aber deutlich, daß die sozialhistorisch bedingten Sichtweisen mit einer national spezifischen Brille auf Erfindungen und Erfindertypen blicken. Karl Pichol dagegen versucht zu zeigen, wie man mit Hilfe gesicherter historischer Kontextkenntnis und experimenteller Methoden zu sinnvoller Hypothesenbildung in der historischen Inventionsforschung gelangen kann. Torsten Meyer weist auf die sich säkularisierende Weltanschauung als Ausgangspunkt des kameralistischen Technologen und Erfinders hin. Natur- und Ressourcenverfügung (und die damit zusammenhängenden Erfindungen) übernehmen die Funktion religionsersetzender Diesseitssicherheit. Günter Bayerl macht den Quantensprung im Erfindungswesen seit der frühen Neuzeit zum Ausgangspunkt und wirft die Frage einer neuartigen Periodisierung entlang des Dualismus inkrementelle versus radikale Erfindungen auf. Der Beitrag von Käthe Friedrich thematisiert das Inventionsproblem in der DDR, indem sie den Widerspruch zwischen wissenschaftlicher Theorie und technischer Praxis einerseits sowie politischer Erstarrung, ökonomischer Unflexibilität und ideologischer Dogmatisierung andererseits aufzeigt. Dabei geht es ihr jedoch vorrangig um die "erfindungstheoretischen" Erträge. Peter Kolodziej geht aus von der Praxis moderner Industrieerfindungen und befaßt sich in seinem Beitrag mit dem Paradigmenwechsel vom iterativen zum "simultaneous" und "reverse engineering". Dabei zeigt sich, dass, wenn die Planung von Neuentwicklungen als integrierte und zeitparallele Produkt- und Produktionsprozessgestaltung aufgefasst wird, immer stärker soziale Faktoren mit einbezogen werden müssen. Franz Aebi von der Fritz Zwicky-Stiftung sprach gleichsam authentisch für den Methodiker und Erfinder Zwicky, dessen inzwischen zum Standardrepertoire gehörende morphologische Methode sowie einige Varianten und Weiterentwicklungen er vorstellte. Hinsichtlich der Erfindungsfrage, so Aebis These, zeichne sich die morphologische Methode nicht so sehr als Methodik für Schlüsselerfindungen aus, sondern sei in besonderer Weise angemessen als innovationsbegleitende Methode für Folgeerfindungen und Begleitfolgenanalyse. Lothar Suhling stellt anhand des Agricola-Popularisators und Luther-Biographen Johannes Mathesius den Bergbau exemplarisch als Schlüsseltechnologie und gleichsam zeitgenössischen sozialen Erfindungshumus vor. Armin Grunwald schließt in seinem Beitrag den Bogen zur Ausgangsfragestellung, nämlich die Planbarkeit erfolgreicher Innovation im ökonomischen Standortwettbewerb. Da Erfindungen nicht planbar sind, unterlägen sie um so mehr einer Planungsverpflichtung. Dazu gehöre freilich nicht nur die technische Prozeßplanung im engen Sinne, sondern ebenso die Analyse des Erwartbaren, der Kontextbezüge, der Applikations- und Nutzungsbedingungen. Planungsprobleme enden daher in der Regel bei der Identifikation ihrer Bösartigkeit. Wirkliche Planung ist gemäß Grunwald diskursive Technikfolgenbeurteilung, die über die Zulassung einer Erfindung zum Archiv valorisierten Wissens eine öffentliche Wertzumessungsdiskussion führt. Das aber würde bedeuten, daß für den Erfolg im Standortwettbewerb mehr als nur schnell technokratisch korrigierbare Faktoren entscheidend wären. Den Band schließt ein Praxisbericht von Thomas Hergenhan-Zscheile über das Projekt einer "Erfinderschule" ab.
Mit der Übernahme sozialkonstruktivistischer Theorien ist nach Auffassung der Herausgeber innerhalb der Techniksoziologie und -geschichte die soziale Determiniertheit von "Erfindungen" zu einem scheinbar verbindlichen Allgemeinplatz geworden. Dies hat dazu geführt, kognitive, individuell divergierende "Erfindungs" prozesse verstärkt aus dem Betrachtungs- und Analysehorizont auszublenden. Damit verliert sich jedoch zunehmend die Bedeutung des Individuums für "Erfindungen". Obgleich nicht bestreitbar ist, dass soziale Institutionen und Strukturen nachhaltigen Einfluss auf die Tätigkeit des "Erfinders" ausüben, bedarf es jedoch andererseits einer nach wie vor ausstehenden theoretischen Verortung eben dieses Umstandes.
Indem an historisch konkreten Beispielen das Wechselspiel zwischen sozialem Umfeld und individueller Erfindungstätigkeit untersucht wird, soll damit auch der Versuch einer ersten theoretischen Annäherung an das in seinen Konturen gekennzeichnete Problemfeld unternommen werden.
Berlin, im Juni 2001
Gerhard Banse
Hans-Peter Müller
[1] Zum Vergleich mit China vgl. z. B. Needham 1954; siehe dazu ebenfalls Krader 1981, S. [XIV].
[2] Vgl. den Überblick bei Ludwig 1978.
[3] Als frühe Beschäftigung in dieser Perspektive vgl. Hartig 1890.
[4] Siehe stellvertretend für die historische Schule der Nationalökonomie bereits früher Gottl-Ottlilienfeld 1923.
[5] Als frühe Bemühungen um eine konstruktionswissenschaftliche Grundlegung sei auf Reuleaux 1861, 1875 verwiesen. Arbeiten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts sind z. B. Wögerbauer 1943, Kesselring 1954 und Hansen 1974. Als neuere Arbeiten seien exemplarisch Hubka, Eder 1992 und Müller 1990 genannt. Aus einer verstärkt multidisziplinären Perspektive sind zu nennen Pahl 1993 sowie Mackensen 1997. Generell dazu siehe Banse 1998 und Banse, Friedrich 2000.
[6] Wilhelm Wundt (1832-1920), ihr deutscher Begründer, formulierte in diesem Zusammenhang das Prinzip der "schöpferischen Synthese".
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